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Der Star (Sturnus vulgaris) Frühlingsbote und Karaoke-Star

  • Autorenbild: Stefanie Balog Rueber
    Stefanie Balog Rueber
  • 4. März
  • 2 Min. Lesezeit


Kaum wird das Licht weicher und die Luft ein kleines bisschen wärmer, sind sie wieder da: die Stare.

Der Star (Sturnus vulgaris) gehört zu den auffälligsten Rückkehrern des Vorfrühlings. Wer einmal bewusst auf ihn achtet, stellt schnell fest: Man sieht ihn plötzlich überall – auf Wiesen, Dächern, Antennen oder in Baumwipfeln.

Oft trippelt er geschäftig über den Boden, den Schnabel im Gras auf der Suche nach Nahrung. Und ganz still ist es dort selten - denn wo Stare sind, ist Leben.


Schillerndes Understatement

Auf den ersten Blick wirkt der Star fast unscheinbar: mittelgroß, dunkel, ein bisschen wie eine Amsel.

Doch im richtigen Licht zeigt sich sein eigentliches Outfit. Das Gefieder schimmert metallisch in Grün, Violett und Blau und ist mit feinen, hellen Punkten übersät. In der Sonne wirkt er fast wie ein bewegtes Ölgemälde.

Dazu kommt ein selbstbewusstes Auftreten: Stare schreiten oft mit leichtem Wippen über den Boden, als würden sie genau wissen, dass ihnen die Bühne gehört.


Meister der Stimmen

Der Gesang des Stars ist so abwechslungsreich wie sein Charakter.

Er pfeift, klickt, zwitschert, knarrt und mischt in seinen Gesang immer wieder fremde Geräusche hinein. Denn Stare sind ausgezeichnete Imitatoren. Sie übernehmen Geräusche aus ihrer Umgebung und bauen sie kreativ in ihr Repertoire ein.

Das können Vogelstimmen sein – oder ganz andere Klänge.

Manchmal klingt es plötzlich nach einem Klingelton, einem metallischen „Pling“ oder einem merkwürdig vertrauten Pfeifen. Dann sitzt vielleicht kein verlorenes Smartphone im Baum, sondern ein sehr ambitionierter Star.


Naturkino am Abendhimmel

Stare sind ausgesprochen gesellige Vögel. Besonders außerhalb der Brutzeit schließen sie sich zu großen Schwärmen zusammen.

Kurz vor Sonnenuntergang beginnen sie oft ein spektakuläres Schauspiel: Hunderte oder sogar Tausende Vögel fliegen gemeinsam in ständig wechselnden Formationen durch den Himmel.

Diese wogenden Schwärme wirken wie ein einziger lebender Organismus – ein faszinierendes Naturphänomen, das man manchmal sogar über Städten beobachten kann.


Leben zwischen Wiese und Baum

Der Star liebt abwechslungsreiche Landschaften mit offenen Flächen und Bäumen. Deshalb fühlt er sich besonders wohl in

  • Gärten und Parks

  • Streuobstwiesen

  • Kulturlandschaften mit Wiesen

  • Siedlungsnähe

Am Boden sucht er nach Regenwürmern, Insekten und Larven. Später im Jahr ergänzen Beeren und Früchte den Speiseplan.

Für die Brut braucht der Star Höhlen – etwa alte Spechthöhlen, Baumhöhlen oder Nistkästen. In geeigneten Nistkästen wird er deshalb auch gerne zum Gartenvogel.


Einladung zum Star-Moment

Vielleicht ist im nächsten Vorfrühling genau die richtige Zeit für ein kleines Experiment: Entdecken Sie einen Star!


Bleiben Sie kurz stehen. Lauschen Sie. Schauen Sie genauer hin.

Wer einmal angefangen hat, Stare bewusst wahrzunehmen, entdeckt sie plötzlich überall – auf dem Rasen, auf dem Dachfirst oder in der Baumkrone. Und mit etwas Glück hören Sie sogar eine ganz persönliche Cover-Version Ihres Lieblingsgeräuschs.

Dann wissen Sie: Der Vorfrühling ist da.


Steckbrief: Star

Wissenschaftlicher Name

Sturnus vulgaris

Familie

Stare (Sturnidae)

Größe

ca. 19–22 cm

Flügelspannweite

ca. 37–42 cm

Gewicht

etwa 75–90 g

Nahrung

Insekten, Regenwürmer, Larven, Beeren und Früchte

Lebensraum

offene Landschaften mit Bäumen, Parks, Gärten, Streuobstwiesen

Brutzeit

April bis Juli

Gelege

meist 4–6 Eier

Besonderheiten

hervorragender Imitator, große Schwärme im Herbst und Winter

Zugverhalten

Teilzieher – einige bleiben, andere überwintern im Süden



Kostprobe Gesang:

Sturnus_vulgaris_DAT0056_11© Frommolt, Karl-Heinz/Tierstimmenarchiv, Museum für Naturkunde Berlin (CC BY-SA)


Junge Stare beim ersten gemeinsamen Ausflug:


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